Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist, blickte zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen. (Apg 7,55)
ὑπάρχων δὲ πλήρης πνεύματος ἁγίου ἀτενίσας εἰς τὸν οὐρανὸν εἶδεν δόξαν θεοῦ καὶ Ἰησοῦν ἑστῶτα ἐκ δεξιῶντοῦ θεοῦ.
Cum autem esset plenus Spiritu Sancto, intendens in caelum vidit gloriam Dei et Iesum stantem a dextris Dei.
Das Verb ἀτενίζω bezieht sich auf den Sehsinn und weist auf den Akt des Schauens und Beobachtens hin, betont jedoch, dass dieser mit einem gewissen Bewusstsein und Anhalten einhergeht. Die Griechen legten großen Wert auf den Sehsinn, was sich an der Vielzahl von Verben zeigt, die das Sehen beschreiben (z. B. βλέπω, ὁράω, θεάομαι), wobei jedes von ihnen eine leicht unterschiedliche Bedeutung hatte. Darüber hinaus wird sogar das Wort „Ich weiß“ im Griechischen durch das Verb οἶδα ausgedrückt, was wörtlich „Ich sah“ bedeutet. Die Griechen konnten also „Ich weiß“ sagen, weil sie schon etwas gesehen hatten. Wenn ich dies auf die heutige Lektüre beziehe, kommen mir zwei Gedanken in den Sinn. Erstens: Was oder wen schaue ich an? Was hindert mich am Sehen? Hier gilt die bekannte Maxime: „Man lebt von dem, was man isst.“ Wenn ich Jesus anschaue, meine Augen mit seiner Schönheit nähre, werde ich wie Er, ich fange an, in Ihm zu leben … Heiliger Stephanus schaute in den Himmel und sah Jesus, und das gab ihm die Kraft, seinen Glauben zu bekennen, bis hin zum Martyrium. Zweitens: Führt mein Blick auf Jesus (z. B. während der Anbetung) zu einer tieferen Kenntnis von Ihm? Werden mein Wissen und meine Vertrautheit mit dem Herrn durch die Anbetung genährt, indem ich meinen Blick auf Ihn gerichtet halte?
