Strahlend und unvergänglich ist die Weisheit; wer sie liebt, erblickt sie schnell, und wer sie sucht, findet sie. (Weish 6,12)
Λαμπρὰ καὶ ἀμάραντός ἐστιν ἡ σοφία καὶ εὐχερῶς θεωρεῖται ὑπὸ τῶν ἀγαπώντων αὐτὴν καὶ εὑρίσκεται ὑπὸ τῶν ζητούντων αὐτήν.
Clara est et, quae numquam marcescit, sapientia; et facile videtur ab his, qui diligunt eam, et invenitur ab his, qui quaerunt illam.
Weisheit (חָכְמָה ḥoḵmāh) von der Wurzel hkm ist der charakteristischste Begriff für „Weisheit“ im Hebräischen (auf Griechisch σοφία – sophia), unter seinen Synonymen wie daʽat – „Wissen“; bînah – „Intelligenz“; oder „mûsar“ – „Bildung, Ausbildung“. Das Gegenteil von „Weisheit“ ist „Torheit“. Weisheit bedeutet in der Bibel auch die Fähigkeit, das eigene Leben zu gestalten. In der heutigen ersten Lesung (Weish 6,12-16) wird „Weisheit“ als etwas dargestellt, das ein Mensch begehren, suchen, lieben und wissen kann, weil es solchen Menschen entgegenkommt: „Wer sie am frühen Morgen sucht, braucht keine Mühe, er findet sie vor seiner Türe sitzen“ und „wird schnell von Sorge frei.“ Wer Weisheit sucht, wird sie leicht finden, denn sie „kommt jenen entgegen, die an sie denken“.
Im 25. Kapitel seines Evangeliums präsentiert der Evangelist Matthäus ein Gleichnis, das der Herr Jesus seinen Jüngern erzählte. Dieses Gleichnis spricht von der klugen oder törichten Haltung, die ein Jünger Jesu annehmen kann, wenn er danach strebt und danach strebt, in das Himmelreich einzutreten. Die Heldinnen des Gleichnisses sind Jungfrauen, die darauf warten, dass der Bräutigam am Hochzeitsfest teilnimmt. Sie halten Lampen, die die Dunkelheit der Nacht erhellen. „Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein.“ Die Zeit unseres Lebens gleicht einer Nachtwache, in der wir auf das Kommen des auferstandenen Herrn warten. Wir fühlen uns oft schläfrig, aber wie das Gleichnis Jesu zeigt, kann sich nicht jeder ein Nickerchen leisten. Wer zusätzlich zu einer Lampe noch einen Vorrat an „Öl“ bei sich trägt, kann einschlafen, wer aber daran fehlt, sollte danach suchen statt zu schlafen. Was ist die Moral? Es ist Weisheit, gut versorgt zu sein, damit es nicht zu spät ist, denn eines ist sicher: Früher oder später werden wir hören: „Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!“
